Samstag, 2. März 2024

INDEX VITUS BERING

INDEX VITUS BERING

(nach Konrad Bayer)

"bering (vitus),

russischer seecapitain, geb, 1680 zu horsens in jütland, wurde, als ein geschickter seemann, von peter dem grossen bei der kaum entstandenen marine zu kronstadt angestellt. seine talente und seine unerschrockenheit, die er in den seekriegen gegen die schweden bewies, erwarben ihm die ehre, zur leitung einer entdeckungsreise ins meer von kamtschatka gewählt zu werden. er reiste von petersburg den 15. februar 1725 nach sibirien. 1728 untersuchte er die nördlichen küsten dieser grossen halbinsel und bestätigte, dass asien nicht mit amerika zusammenhänge; ob aber die kamtschatka gegenüberliegenden küsten auch wirklich küsten des festen landes oder nur dazwischen liegende inseln wären, sollte bering durch seine reisen entscheiden. am 4. juni 1741 lief er abermals mit 2 schiffen von ochotzk aus und landete an der nordwestlichen küste von amerika zwischen 35° und 69º n. br. stürme und krankheit hinderten ihn, seine entdeckungen fortzusetzen; er wurde weit ab auf eine wüste insel geworfen. schnee und eis bedeckten das unwirthbare land. bering ward gefährlich krank und starb hier am 8. dec. 1741. man hat der meerenge zwischen asien und amerika den namen beringstrasse (auch anian genannt) und der insel, auf welcher er starb, den namen beringinsel gegeben. (allgemeine deutsche real-encyklopädie für gebildete stände, brockhaus, 1830)"



"wiederholung
des nachts sahen die seefahrer flämmchen wie sterne auf der meeresoberfläche. oft folgte dem schiffe ein feuriger schweif und bezeichnete den weg, welchen das schiff zurückgelegt hatte. oft auch schien das ganze meer in feuer zu stehen, soweit das auge reicht, und das schiff ging durch ein feuermeer."

"er (bering) wurde gewissermassen lebendig auf der insel begraben, die jetzt seinen namen trägt, da er schliesslich nicht mehr gestattete, dass man den sand fortnahm, der von den wänden der sandgrube (in welcher er zu seinem schutze lage und die mit einem segel bedeckt war) über ihn herabrollte. er meinte nämlich, dass der sand den erstarrenden körper erwärme.

ehe die leiche richtig begraben werden konnte, musste sie deshalb aus ihrem bett ausgegraben werden, ein vorgang, der einen unangenehmen eindruck auf die überlebenden gemacht zu haben scheint. (die umsegelung asiens und europas auf der vega, s.o.)"


"er schmiedete seinen KOPF und zeigte ihm, wie man die buchstaben darin lesen kann. (a.a. popov, tavgijcy. materialy po etnografi avamskich i vedeevskich tavgi-cev, trudi instituta antropologii i etnografii, bd. 1, moskau u. leningrad 1936)"



"die pathogenie als spezialgebiet einer allgemeinen philosophie anzusehen –  das hatte noch niemand gewagt. nach meiner meinung war man niemals streng wissenschaftlich, das heisst objektiv, rein verstandesmässig und frei von moralischen bedenken an sie herangegangen.

alle autoren, die diese frage behandelt haben, sind beladen mit vorurteilen. anstatt den geheimen mechanismus der ursachen einer krankheit zu untersuchen, betrachten sie »die krankheit an sich«, verurteilen sie als einen schädlichen ausnahmezustand und empfehlen vorweg tausend mittelchen, sie zu unterdrücken, zu beseitigen, und definieren zu diesem zweck die gesundheit als einen absoluten, feststehenden »normal«-zustand. aber die krankheiten sind da. wir können sie weder nach belieben schaffen noch abschaffen. wir sind ihrer nicht herr. sie bilden uns, sie formen uns. vielleicht haben sie uns gezeugt. sie gehören zum tatbestand »leben«; sie sind vielleicht sein stärkstes argument. sie sind eine der zahllosen offenbarungen der urmaterie. sie sind vielleicht die ursprünglichste offenbarung dieser materie, die wir ja nur an den phänomenen der relation und der analogie untersuchen können. sie sind intermediäres zwischenglied, übergangsstadium, der gesundheitsstatus von morgen. sie sind vielleicht die gesundheit selbst (b. cendrars, moravagine, in der übersetzung des karl-rauch-verlages: moloch, düsseldorf 1961)"


"kritische entgegnung

die augen treten aus den höhlen.

er streckt diem zunge weit aus dem mund, seine arme und beine sind in ständiger bewegung, während sein kopf in gleichmässigen rhythmus auf deck schlägt."



"die geister schneiden ihm – so wähnt er (der schamane) – den kopf ab, stellen diesen auf ein wandbrett, so dass er die ganze folgende zerschneidung seines körpers mitansehen kann. (schamanengeschichten aus sibirien, s. o.)"


Leporello mit sechzehn Originalzeichnungen 

und handschriftlichen Abschreibungen  

von Hartmut Robert Andryczuk aus 

 „Der Kopf des Vitus Bering“ von Konrad Bayer


Beilage: INDEX 

Coverentwurf „Aufrecht im Eismeer“ von Reinhard Moeller


Auflage: 30 Exemplare,

signiert und nummeriert


850 €