MITTE:
Bei aller Tonalität verriet ich mein Komponieren mit zwölf Tönen, die in Beziehung zueinander gesetzt werden, nicht, die Zwölftonreihe der Orgel-Variationen steht vielmehr in Beziehung zu einem tonalen Zentrum, dem d-moll- bzw. dem D-Dur-Dreiklang.
MUSIK!
MITTE:
Seit dem 1. März 1942 mache ich, wenn es dunkel ist, denselben Spaziergang.
Ich wende mich nach rechts und werde der North Rockingham Avenue zunächst einen knappen Kilometer folgen.
Ich schwebe aus der Tür, ich bin
links:
draußen, vor der Tür.
MITTE:
Ich könnte überfahren werden. Um diese Uhrzeit rechne ich jedoch nicht damit.
links/rechts (versetzt):
Seit dem 1. März 1942 macht er, wenn es dunkel ist, denselben Spaziergang.
Er wendet sich nach rechts und wird der North Rockingham Avenue zunächst einen knappen Kilometer folgen.
Er schwebt aus der Tür, er ist draußen, vor der Tür.
Er könnte überfahren werden. Um diese Uhrzeit rechnet er jedoch nicht damit.
MITTE:
Mein neues Stück sollte ein Melodram werden, ich hatte sofort die Überzeugung, dass es das Entsetzen der Menschen über all jene Verbrechen, die dieser Krieg verursacht, nicht ignorieren darf.
Habe ich also nichts mit Politik zu tun? wie ich noch vor vierzehn Jahren schrieb – und glaube ich nun ernsthaft, dass Kunst politische Vorgänge beeinflusst?
rechts:
Melodram – Musik des Sprechens, melodramatisches Sprechen – eine lange Geschichte.
Michael Lentz (Text, Stimme, Gehen, Altsaxophon)
Gunnar Geisse (Musik)
Hartmut Andryczuk (Zeichnungen)
(rechts, MITTE, links: Stereopositionen im Hörraum)
Das Hörspiel ist eine Produktion vom Villa Aurora & Thomas Mann House e. V.
Der Text ist eine Erstveröffentlichung.
Autor und Verlag danken für die Möglichkeit der hier vorliegenden Gesamtveröffentlichung.
Auflage: 30 Exemplare, nummeriert und signiert
850 €
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