Mittwoch, 23. Juli 2025

Dietmar Becker



Nachricht von C.L. „Vielleicht bist du schon benachrichtigt worden, dass Dietmar Becker leider Tschüss gesagt hat. Er ist am 28.06. morgens verstorben.“ Ich rufe sie an und erfahre, dass er nach einem Zeckenbiss hohes Fieber bekam, ins Koma versetzt werden musste und anschliessend starb. Warum überrascht mich das nicht, genauso wenig wie es mich wahrscheinlich überrascht hätte, wenn Dietmar noch 20 Jahre gelebt hätte und 103 Jahre alt geworden wäre? Im Internet finde ich unter den Suchbegriffen „dietmar becker künstler engen gestorben“ im Bildarchiv Todesanzeigen vieler Dietmar Beckers von 2011 bis 2023, aber mein Freund ist nicht dabei. Merkwürdigerweise folgt nach den Todesanzeigen der Hinweis auf „Café Deutschland – Gespräch mit Markus Lüpertz“. 

Dietmar Becker war ein großartiger Mensch und unterschätzter Künstler. ich lernte ihn und seine Frau, die bekannte Sozialwissenschaftlerin Regina-Becker Schmidt, die im September letzten Jahres gestorben ist, Anfang der 1980er Jahre kennen. Das war auf einer Lesung auf der sogenannten Literanover 1985. Danach verloren wir uns aus den Augen, aber mir wurde vom Veranstalter Dietmar Möws erzählt, dass den beiden mein Text über eine fiktive Südseereise, die später unter dem Titel „Androgynyssee“ bei Bettina Wassmann in Bremen veröffentlicht wurde, sehr gefallen hat. Das war deshalb bemerkenswert, da wenige Zuhörer*innen dort waren und sich wahrscheinlich niemand mehr an den Text erinnern konnte.


Anfang der 1990er Jahre betrieben Rainer Wichering und Cornelia Leunig die Galerie 13 in Hannover. Die Räume dienten früher den Zeugen Jehovas als Königsreichsaal. Die Galerie befand sich im Ortsteil Linden; nicht sehr weit vom Kötnerholzweg entfernt, wo Dietmar und Regina wohnten. Die Wege zur Galerie waren kurz, die Verbindungen wurden eng. Rainer und Cornelia waren aller experimentellen und randständigen Kunst gegenüber aufgeschlossen und Dietmar passte mit seinen bescheidenen und exzentrischen Werken sehr gut ins Programm. Und ich war häufiger Im Kötnerholzweg, wenn ich in der Galerie 13 zu tun hatte, übernachtete dort und freute mich auch über die finanzielle Unterstützung, denn Dietmar und Regina waren unter den ersten privaten Sammlern, die Künstlerbücher vom Hybriden-Verlag erwarben. 


In den folgenden Jahren lieferte Dietmar Becker viele Beiträge für den Hybriden-Verlag, insbesondere für das MMM-DIARIUM und die Extraausgaben. Einträge unter „Alle Titel“ inklusive „Privatsammlung“: 44. 


Unter Dietmars Kurzbiographie des „Instituts für Psychoanalytische Kunsttherapie“ unter „Lehernde“. steht: „Künstler, Schriftsteller, Philosoph. Lebt und arbeitet in Hannover und Engen/Hegau. Veröffentlichungen zu Grenz- und Experimentalbereichen künstlerischer Praxis Essays zu kunsttherapeutisch relevanten Themen. Einzel- und Gruppenausstellungen seit 1965.


Dietmar hatte wie ich große Sympathien zur Outsider-Kunst und -Literatur. Online verfügbar ist auch noch sein Gespräch mit Hans-Dieter Stoewer für das Künstlerbuch „Kosmografien“, Berlin 1995: 


(Auszug 1. Tag)

Becker: Kosmographie – kann man darunter etwas verstehen?

Stoewer: Kosmos ist die Lehre vom All.

Becker: Was ist an Einzelheiten daraus erkennbar?

Stoewer: Grundsätzlich. Das Weltall wird bestimmt von Wesen, die im Himmel vorkommen. Der Kosmos ist die Anschauung der blonden und schwarzen Gestalten.

Becker: Bestimmende Wesen. Über was für Eigenschaften verfügen die?

Stoewer: Sie erscheinen in den Eigenschaften von Puppen oder embryonal. Die Leere erzeugt sie. Flügel haben sie nicht, aber große Zusammenhänge kommen aus ihnen zustande. Unter ihnen ist die Sieben eine Zahl, in den sieben Raben verkörpert. Die Acht wäre ebenfalls erwähnenswert, weil acht Amerikaner und ebenso viele Schokoladentorten zur Ausstattung gehören.


(Auszug 3. Tag)

Becker: Was scheint Ihnen jetzt, wo wir zum Ende unserer kosmographischen Betrachtung kommen wollen, noch besonders erwähnenswert?

Stoewer: Betrachten und Schreiben sind Leibesübungen. Sie beruhen von ganzem Herzen. Das Resultat der Schreiber fußt auf zahlreichen Brillenträgern, die Fielmann ausgekleidet hat mit Sehinstrumenten. Sie passen gut. Wir haben das Vergnügen, Kaffee und Kuchen zu essen und zu trinken. Ich bin ein Heide. Die Freude am Schreiben ist gegeben und Anfälle und Schizophrenie. Margarine + Butter. Ein Mythos des 20. Jahrhunderts wird kosmographisch verkörpert. 1928 ist mein Geburtsjahr und der Tag der 10. August und ist Laurentius.


Kunst. Kontemplation. Dietmar war ein leidenschaftlich kontemplativer Künstler. Und er kannte sich aus:

– mit Golems und Homunkuli

– Judaistik und Bibeltexte

– Alle Arten von Drogen und Räuschen ohne abhängig zu sein

– Bergsteigen in Halbschuhen mit Ledersohlen

– Sammeln von alten Fotobüchern

– Glasmalerei

– Schablonen und Sprayen

– Fotobearbeitung

– Dürers Melencholia

– Gartenphilosophie

– Max Jacob

– endlosen Wanderungen

– AI generierten Bildern…

…




Letztere waren noch Beitrag für das MMM-DIARIUM 4/2024, das ich ihn Mitte Juni 2025 zukommen liess. Titel der Arbeit: „Bildkeime“. Dazu schrieb er: 


Das Bemerkenswerte (an den drei fotografischen Arbeiten)… ist, dass sie o h n e Lichteingabe zustande gekommen sind. Das heißt, aus der internen Dunkelkammer, bzw. aus einer Nichtbelichtung als Vorlage: Produktion ex nihilo. Die auf meinem Handy mitgelieferte Fotobearbeitungsware liefert aus völliger Finsternis automatisch Sachen, die sich anschauen und ausdrucken lassen, ohne dass, wie gesagt, auch nur e i n Lichtpartikel eingespeist worden wäre. Es handelt sich dabei um Bildkeime, aber keineswegs in chaotischen Zuständen. Die Pixel sind nach unerfindlichen Gesichtspunkten organisiert, keineswegs bloß schwarz-weiß, sondern andeutungsweise in Zeichen und Mustern und ansatzweise farbig. Das schreibe ich, weil diese Artefakte – tatsächlich jedes ein unwiederholbares Unikat  – vielleicht nicht von sich aus einleuchten, sondern kurz erklärt werden müssten als Hervorbringungen aus lichtlosem Raum [Dunkelkammer].




Wir hatten uns wohl über zehn Jahre lang nicht mehr gesehen, aber immer Kontakt  gehalten – via Mail und gelegentlichen Anrufen. Vor einigen Jahren war er für einige Wochen im Krankenhaus und dem Tod wohl nahe. Später meinte er am Telefon, dass er diese Erfahrung wohl noch gebraucht hätte. Wie immer folgte eine spezielle Schilderung seiner Wahrnehmungen, die ich aber nicht mehr wiedergeben kann und es vereinfacht verstand, dass er diese Erfahrung noch brauchte, um die Angst vor dem Tod zu verlieren. 


Er lud mich nach Engen ein. Der Bodensee wäre nicht weit und war bequem mit dem Zug zu erreichen. Ich fuhr nicht nach Engen und zum Bodensee.


Ist das ein Nachruf? Nein. Nachrufe auf Menschen werden oft gemacht, um sie endgültig zu begraben. Ich glaube, dass Dietmar solche Sätze wie „Man lebt nur einmal“ wie ich nicht ausstehen konnte. Nichts ist verloren. Man muss es nur wiederfinden, neu entdecken. . .


Hinweise:

Website mit Texten und Arbeiten von D.B.http://wegvonwegen.de/?s=Dietmar+Becker

Institut für Psychoanalytische Kunsttherapie http://www.ipk-hannover.de/lehrende.html

Umrisse...Schattenhttps://www.booklooker.de/B%C3%BCcher/Rainer-Wichering+Dietmar-Becker-Umrisse-Schatten/isbn/3933068045

Samstag, 12. Juli 2025

Ulrich Woelk, Venus

Ulrich Woelk

Venus

Planetenschreiber 7


"Das Flowers gefiel mir gut. Ich wusste, dass bei der Erschließung der Venusatmosphäre eine Menge esoterischer Erwartungen im Spiel gewesen waren. Viele Aussteiger von der Erde flogen damals hierher und gründeten kleine Siedlungen, in denen sie sich vor den neugierigen oder argwöhnischen Blicken anderer Siedler durch die dichte Atmosphäre gut geschützt wussten. Viele von ihnen beriefen sich auf eine über zweihundert Jahre alte Bewegung, deren Anhänger man seinerzeit Hippies genannt hatte. Ihre heutigen Nachfolger hofften, von den besonderen Energien der Venus zu profitieren. Ihre Plattformen hingen an Cello-phanballons in der Form von riesigen Blumen, neonfarbenen Pflanzen, kaleidoskopartigen Augen und Diamanten … Sie nannten sich Vippies und kümmerten sich nicht weiter um den Rest des Planetensystems. Doch da auch die Verfechter eines einfachen, natürlichen Lebens nicht ganz ohne Geld auskommen, betrieben sie in VH das Flowers.


Warum die Kulturbehörde der Venus der Meinung gewesen ist, dass ich mich als Schriftsteller im Flowers am wohlsten fühlen würde, kann ich allerdings nicht sagen. Es ist mir ja inzwischen selbst ein wenig unangenehm, wie viele Bilder von meinem Planetenschreiberluxusaufenthalt im Ganjing International Spa ich damals gepostet habe – und das nicht ohne einen gewissen Stolz. Allerdings gibt es tatsächlich eine Verbindung zwischen meiner Lebens-wirklichkeit als Autor und jener der Vippies: die Mittellosigkeit. Ich bin, wie ich immer wieder feststelle, ein recht genügsamer Mensch. Ich nehme die Dinge, wie sie kommen, und kann mich mit dem meisten schnell abfinden, solange ich von freundlichen, wenig eitlen und gegen jede Lust an Machtausübung immunen Menschen umgeben bin. Und so war es im Flowers tatsächlich."


(Ulrich Woelk)



Text von Ulrich Woelk mit zwölf Originalzeichnungen von Hartmut Andryczuk

Titel der Zeichnungen (nach Venus-Literaturliste)


KARL HERBERT SCHEER, RAUMPATROUILLE NEBELWELT, 1978

BORIS + ARKADI STRUGATZKI, ATOMVULKAN GOLKONDA, 1959

ROBERT A. HEINLEIN, SPACE CADET, 1948

ALEXANDER ROBÉ, SOS VON DER VENUS, 1956

STANISLAW LEM, ASTRONAUCI, 1951

GEORGI MARTYNOW, DAS ERBE DER PHAETONEN, 1964

HANS DOMINIK, DAS ERBE DER URANIDEN, 1926

IMMANUEL VELIKOWSKY, WELTEN IM ZUSAMMENSTOß, 1950

GUSTAV HARDER, DAS ATOMSCHIFF, 1954

EDGAR RICE BURROUGHS, PIRATEN DER VENUS, 1932–1970

KONSTANTIN WOLKOW, NOTLANDUNG AUF DER VENUS, 1960

ERICH DOLEZAI, PLANET IM NEBEL, 1962


Auflage: 30 Exemplare

600 €

Dienstag, 10. Juni 2025

Die Qual der Quallen

Hartmut Robert Andryczuk

Die Qual der Quallen

PATER NOSTA HERPES ZOSTER


Titel der Zeichnungen


001 – FROM THE BORDER TO THE BORDERLINE

002 – MIT LICHEN KANN ICH MICH VERKRIECHEN

003 – HALLUZINOGENE MEME

004 – SPHINX ALS NUTZTIER

005 – PATER NOSTA HERPES ZOSTER

006 – HUMBA HUMBA ATOMSCHLAG

007 – WIR BRAUCHEN URIN STATT URAN

008 – DIE QUAL DER QUALLEN

009 – DEINE MIENE SAGT MINE

010 – MANFRED-VON-RICHTHOFEN-SIEDLUNG

011 – FRIEDENSDIENSTVERWEIGERER

012 – BRIGADE DER MILBEN

013 – DER GEISTERAAL



Auflage: 2 Exemplare
550 €

BDDWNB*

BDDWNB*

*BÜCHER, DIE DIE WELT NICHT BRAUCHT 

Ein Entwurf von Ottfried Zielke & Hartmut Andryczuk, 2010




Unikatausgabe
Zehn Originalzeichnungen & Handschriften
500 €

Lokomotive Südkreuz

Lokomotive Südkreuz

MMM-DIARIUM 4/2024 


Diarium von Hartmut Robert Andryczuk vom 1. November 2024 bis zum 31. Januar 2025

NEXUS von Yuval Noah Harari – Entlassung eines "Jagdscheininhabers" – Statement zur Entlassung des "Jagdscheininhabers" – Lichtensteinbrücke, Streichelzoo, Kranzler (geschlossen) – "Der General" in der Waschmaschine – Saunatag der Goldkettenträger – Brandenburg an der Havel – "Orgel-Andy" & die Orgelnauten – Post aus dem Urstromtal – "der mensch ist diese nacht" (Rahnsdorfer Treffen mit M. Lentz) – Hermes Phettberg gestorben – Besuch der Ziegen beim Seniorenheim – In die Atacama-Wüste mit Chat GPT – "culturmag", Jahresrückblick – Matrix Baldo Press – "No City for old men" mit Jürgen Irmer – David Lynch gestorben – "Wer die Welt verbessern will, macht noch mehr kaputt" (John Cage, zitiert von Erdmute W. White)

Dietmar Becker, Aus der Serie Bildkeime

Diary of Hartmut Robert Andryczuk from 1 November 2024 to 31 January 2025

NEXUS by Yuval Noah Harari - Dismissal of a ‘hunting licence holder’ - Statement on the dismissal of the ‘hunting licence holder’ - Lichtenstein Bridge, petting zoo, Kranzler (closed) - ‘The General’ in the washing machine - Sauna day of the gold chain wearers - Brandenburg an der Havel - ‘Orgel-Andy’ & the Orgelnauten - Mail from the Urstromtal - ‘der mensch ist diese nacht’ (Rahnsdorf meeting with M. Lentz) - Hermes Phettberg died - The goats visit the retirement home - Into the Atacama Desert with Chat GPT - ‘culturmag’, review of the year - Matrix Baldo Press - ‘No City for old men’ with Jürgen Irmer - David Lynch died - ‘Those who want to improve the world will destroy even more’ (John Cage, quoted by Erdmute W. White)

Originalarbeiten, Beiträge von / Original works, contributions from:

Jorge Herrera Fuentealba

Hartmut Robert Andryczuk

Dietmar Becker

Egon Günther 

Freddy Flores Knistoff


Jorge Herrera Fuentealba, EQUILIBRIUM


Auflage: 30 Exemplare
Alle Originalarbeiten signiert

300 €

Montag, 12. Mai 2025

O.Z.

O.Z. – Und denk dran, die Hölle macht ihren Laden um 18 Uhr zu

Ottfried Zielke – Zeichnungen und Nachrichten


Zeichnungen und Nachrichten aus mehreren Jahrzehnten von Ottfried Zielke an Hartmut Andryczuk mit einem Vorwort von Hartmut Andryczuk (in Briefform an Ottfried Zielke) und einer umfangreichen Bibliographie aller von Ottfried Zielke beteiligten Editionen im Hybriden-Verlag.

Beilage: Leporello mit sieben Originalzeichnungen von Hartmut Andryczuk.
Seitenzahl: 124 mit 100 farbigen Abbildungen von Ottfried Zielkes Zeichnungen und Texten.
(Alle Texte von Zielke wurden transkribiert).

Titel der Zeichnungen von Hartmut Andryczuk (Leporello):

1 NOCH 820.392 KILOMETER NACH BAD FREIENWALDE, O.T. SCHIFFMÜHLE


2 DER UNSTERBLICHE HAUSHUND


3 FRIEDHOF DER U-BOOTE IN DER ODER


4 WENN WIR KEINMAL TOT WÄREN


5 ORTSTEILWAPPEN SCHIFFMÜHLE


6 FREI NACH O.Z.: SCHLAG DEN SCHLAGANFALL


7 VORHANG ZU: ALLGEMEINE WEHRPFLICHT FÜR FELDHASEN



Lieber Ottfried,

Schade, dass du die Corona-Zeit nicht mehr erlebt hast. Ich glaube, die Pandemie mit ihren Kontaktbeschränkungen hätten dir gefallen. In dieser Zeit hättest du verstärkt das Geisterradio Stalin gehört. Ich war mir bei meinem letzten Besuch in Schiffmühle und nach unserem gemeinsamen Ausflug mit Waltraut Fischer zu einem polnischen Kloster-Restaurant nicht mehr sicher, ob deine Bewunderung für unseren Lehrer, Vater, Führer, Gott, Genosse Сталин (Abb. 78) ironisch oder tatsächlich war. Bitte die Antwort auch telepathisch übermitteln. (Sie folgte prompt: die Bewunderung für Genosse Stalin ist sowohl ironisch als auch tatsächlich). Сталин erscheint mit blutigen Stiefeln (Abb. 41) und benutzt zudem noch Mundspray (Abb. 4). 



Wir bewegten uns in einer Welt, die heute nur noch virtuell existiert: Henri Matisse, den sowjetischen Erfolgspanzer
T34 (Abb. 6), Volksgerichtshof (Abb. 12), U-Boote aus dem zweiten Weltkrieg in der Oder (Abb. 24). Und Nein, ich habe nicht die Adresse von Maxim Gorki (Abb. 35). Er wohnt hier nicht mehr. Im Second Life zu sein, war kein Problem (Abb. 49). Künstliche Intelligenz wäre für unsere Zusammenarbeit auch kein Problem gewesen. Deren unbändige Vernunft wäre sicher eine große zeichnerische Inspiration für uns gewesen. Ja, ich denke daran: die Hölle schliesst ihren Laden um 18 Uhr (Abb. 50). Vielleicht sehen wir uns nach dem Krieg im Jahre 2039 in der Hauptstadt des Spritzkuchens (Eberswalde) wieder – als Arno Breker I und Arno Breker II. Wir bewohnen dann ein 15 Meter hohes Atelier und lassen unsere Kunst dann malen und beantworten alle parlamentarischen Fragen nach Nutzen und Finanzierung unseres teuren Ateliers von monatlichen 10.000 € mit dem Hinweis, dass wir wichtig sind und die kulturelle Identität Berlins neu erfinden müssen. Und natürlich loben wir jährlich den Preis der goldenen Gasmaske aus (Abb. 64) und gedenken dem Tag des westdeutschen Überfalls auf Ostdeutschland am 9.11. (Abb. 94) Zur Finanzierung unseres zukünftigen Ateliers verkaufe ich deine Sendungen an einen Privatsammler. Es geht mir wie dir, I LOVE MONEY (Abb. 91) und ich esse auch gern Hummer (Abb. 88). 


Dein Hartmut

1. April 2025, 19 Uhr 46



Auflage: 30 Exemplare, nummeriert und signiert
450 €